Donnerstag, 26. Juni 2008

Vespa GTS 300 Super

Freunde, der gepflegten Unterhaltung über Luxusprobleme - ich kann mich einfach nicht für ein Motorrad entscheiden:
  • Harley wäre natürlich aus Imagegründen mein erklärter Favorit, aber Ende Juli werden schon die 2009er Modelle vorgestellt und ich will kein altes Modell fahren. Und die "Classic" Modelle müssten teuer modifiziert werden, um meinen Ansprüchen zu genügen und die Night Rod Special törnt mich jetzt vom Fahrverhalten eher ab.

  • Triumph wäre mein zweiter Favorit aber der Umbau der Rocket auf meinen Geschmack kostet rund 30.000 Euro und dann hat man einen 400 kg Brocken, der für tägliche Ausritte nicht tauglich ist. Mit der Speed Triple fahre ich mich tot. Die Bonneville ist mir zu jämmerlich. Aber ich habe gehört, dass Triumph am 25. Juli einen brandneuen Zweizylinder Cruiser vorstellen wird - ebenfalls mit gewaltigen Hubraum.

  • BMW macht mich emotional nicht an; so wie die Japaner.

Also habe ich nach einem Besuch bei Wimmer & Merkel einen Spontankauf getätigt und zwar - nicht lachen - eine

Vespa GTS 300 Super


Dieses brandneue Gerät (vorgestellt im Mai) ist die stärkste je gebaute Vespa. Stark ist relativ mit 300 cm³ und 22 PS. Aber man bekommt für einen Roller erstaunlich viel Technik: Viertakter, vier Ventile, elektronische Einspritzung. Der Vorgänger GTS 250 ist übrigens der meistverkaufte Roller in Deutschland und Platz Eins bei der Leserwahl der Zeitschrift "motorrad" in der Kategorie Roller.

Einen Roller kann man immer für die Stadt brauchen und wenn ich ihn jetzt noch mattschwarz lackieren oder bekleben lasse sowie die Chromteile in Schwarzchrom umwandle, dann habe ich ihn wenigsten angemessen gestyled.

Edit: für mattschwarz beträgt der erste Kostenvoranschlag 1.500 Euro. Zerlegen und Zusammenbauen alleine zwei Tage. Die "Chromleisten" sind aus flexiblem Plastik und daher farblich nicht modifizierbar. Schwärzen der Blinkergläser wäre noch eine Idee... Aber ich warte besser mit dem optischen Tuning noch bis zur Winterpause...

Montag, 23. Juni 2008

Yamaha MT-01

Noch eine Spezialität für Liebhaber fülligen Drehmoments und grosser Hubräume: Yamaha MT-01. So etwas traut man den Japanern eigentlich gar nicht zu: ein V2 mit satten 1700 cm³ verpackt in einem Strassenrahmen:
Ein Langhuber mit 97 mm Bohrung und 115 mm Hub - also vereinfacht zwei Masskrüge im 48 Grad Winkel produzieren 90 PS bereits bei 4.750 Umdrehungen und 150 NM Drehmoment. Damit man diese Riesenzylinder überhaupt mit vernünftiger Bauhöhe unterbringen konnte, hat er eine untenliegende Nockenwelle, die jeweils vier Ventile über Stösselstangen antreibt.
Wenn man den Motor anlässt, dann lässt jede einzelnen Zündung das Motorrad erbeben. Also losfahren. Geht erstaunlich einfach trotz 260 kg Gewicht. Und wenn man Gas gibt, ballern die zwei oben liegenden Auspuffrohre (serienmässig) laut los. Drehmoment und Leistung gibt es bei jeder Drehzahl satt.Trotzdem: ein Japaner. Schon das Erlebnis beim Händler ist ein ganz Anderes als bei Harley, BMW oder Triumph - hier merkt man, dass vor allem sozial Schwächere einkaufen.

Samstag, 21. Juni 2008

Motorrad Wochenende

Um meine Kompatibilität zum Motorradfahren ausgiebiger zu testen habe ich mir zusammen mit meinem Nachbarn zwei Harleys übers Wochenende ausgeliehen. Ich fahre wieder eine Night Rod Special:
Er cruised lieber gemütlich mit einer Road King Classic:
Zu zweit fahren macht mehr Spass aber es ist auch anstrengender, wenn der Andere offensichtlich geübter ist und besser fahren kann.

Zufälligerweise haben sind wir bei unserem Ausritt die Roadshow von Triumph in Königsdorf gestossen. Dort habe ich die Gelegenheit beim Schopf ergriffen und die Referenz aller Street Figher Bikes probegefahren - eine Triumph Speed Triple:
So schnell war ich noch nie: 131 PS bei lediglich 189 kg Trockengewicht lassen einen wieselflink um die Kurven wetzen. Leider lebensgefährlich. Aber interessant. Viel mehr Spass als mit der vergleichbaren BMW K 1200 R. Aber vielleicht kann ich jetzt auch nur besser fahren.

Fazit: Fahren mit der Night Rod ist anstrengend. Man sitzt wie der Affe auf dem Schleifstein. Als ich dann mit der Road King hinter der mächtigen Scheibe zurückgefahren bin, bin ich beim Fahren fast eingeschlafen - man sitzt wie in einem Auto.

Donnerstag, 12. Juni 2008

Rock'n'Ride

Gleich ums Eck vom BMW Motorradzentrum in der Schleissheimer Strasse liegt die Münchner Triumph Vertretung: Rock'n'Ride.

Das sah schon mehr nach Motorrad-Laden aus als bei BMW. Klein und eng, tätowierte Mitarbeiter mit langen Haaren und man wird mit "Du" angesprochen. Ein kurzer Blick auf die Speed Triple sagt mir schon, dass dies ein ähnliches Erlebnis wie die K 1200 R sein wird.

Aber dann fällt mein Auge auf ein Monster von Motorrad: Rocket III.

Ein kleiner Exkurs: Vor etwa zehn Jahren analysierte der neu zum Leben erweckte englische Hersteller Triumph, der bisher überwiegend sportliche Motorräder baute, den Markt und stellte fest, dass in USA 75% in Europa 50% der Motorräder zum Cruisen verwendet werden. Das ist die klassische Domäne von Harley-Davidson (in USA) und BMW (in Europa). Nun wollte Triumph aber nicht wie die Japaner noch einen grossen Zweizylinder im V-Format bringen (also eine Harley Kopie), sondern etwas radikal anderes.

Das Projekt „hubraumstärkstes Motorrad der Welt“ war geboren. Triumph baute einen Dreizylinder-Motor mit 2.300 cm³ Hubraum! Und 2004 war es endlich soweit: die Rocket III wurde vorgestellt! So etwa sahen die ersten Modelle aus:

Der mächtige Dreizylinder wird längs eingebaut und bringt seine 140 PS über eine Kardanwelle zum Hinterrad. 360 Kilogramm Lebendgewicht hat die Fuhre (ohne Fahrer). Ein riesiger Tank sorgt dafür, dass der Motor nicht verdurstet (Verbrauch 7 l/100 km). Ein Drehmoment von 200 NM sorgt dafür, dass es in allen fünf Gängen extremer Durchzug vorhanden ist. Theoretisch würde das Teil fast 250 km/h gehen – aber das kann keiner fahren. Triumph begrenzt die Leistung elektronisch in den ersten drei Gängen (um die Kraftübertragung zu schonen) und im fünften Gang, um bei 220 km/h abzuregeln.

Trotz des hohen Gewichts sind die Fahrleistungen beeindruckend: 0-100 in 3,4 sec., 0-200 in 14,1 sec. - also schneller als die Night Rod, aber etwas langsamer als die (120 kg leichtere) BMW.

So sieht eine Triumph Rocket III Classic aus:

Der Verkäufer war gut und bot mir bereitwillig einen Probefahrt an. Ich machte mir aber schon Sorgen, als er das Monster sichtlich angestrengt aus dem Verkaufsraum auf die Strasse schob. Aber Augen zu und drauf: anlassen, losfahren. Rollt.

Ich bin total verwundert: nachdem das Motorrad einmal in Fahrt ist, ist es handlich wie Roller. Man zirkelt mühelos um enge Kurven oder wendet in einem Satz auf der Strasse. Die 360 kg spürt man wirklich nur beim Rangieren. Die Sitzposition ist lässig und entspannt – ähnlich wie bei einer klassischen Harley – viel relaxter als auf der Night Rod.

Nach einigen Kilometern auf dem Mittleren Ring geht es auf die Garmischer Autobahn, um mal am Gas drehen zu können: unvorstellbar. Das Teil beschleunigt derart brutal (aber kontrollierbar), dass man es nicht glauben mag. Und es ist völlig egal, welcher Gang eingelegt ist – fühlt sich immer brachial an – ab der Leerlaufdrehzahl!

Dabei macht das Motorrad keinen prolligen Lärm sondern einen schönen, tiefen und beeindruckenden (und lauten) Bass-Sound. Ab ca. 160 km/h bläst es einen natürlich fast runter – das ist die natürliche Geschwindigkeitsbegrenzung – da braucht man die elektronische von Triumph gar nicht.

Irgendwann hatte der Spass natürlich ein Ende und es ging zurück zum Händler. Und hier musste noch ein Problem gelöst werden: die Optik. So viel blitzender Chrom und Seniorenlook ist dann doch nicht mein Fall. Aber auch hier gab es die Lösung in Form eines (fast fertigen) Umbaus:


Natürlich muss der Auspuffkrümmer noch schwarz werden. Man beachte den 3-in-1 Kohlefaserauspuff (mit ABE) unter der Schwinge.

So muss ein Motorrad für Männer aussehen.


Montag, 9. Juni 2008

BMW Motorrad Zentrum

Ein ganz anderes Feeling als bei Harley Davidson. Ein riesiger, moderner Bau mit vielen Mitarbeitern.

Nachdem es weder eine Enduro, ein antiquierter Boxer noch ein verkleideter Supersportler sein sollte, blieb nur das Modell mit dem phantasievollen Namen „K 1200 R“ übrig. Auf dem ist übrigens Alice alias Milla Jovovich im Film Resident Evil 3 (Extinction) geritten, um einige garstige Zombies zu beseitigen. Das sieht dann so aus:

Zombies gab es im Motorrad-Zentrum reichlich: eine Armada käsegesichtiges Personal, das in ihrer Einheitsuniform eher zur Post als zu einem innovativen Trendbike-Hersteller passen.
Also habe ich gewartet, bis der einzige langhaarige Verkäufer frei war, dem ich meine Wünsche anvertraute (mattschwarzes Design wie oben nur ohne Knochen) und der dafür auch Verständnis heuchelte. Also Feuer frei zur Probefahrt:

1200 Kubik mit vier Zylindern produzieren 163 PS bei 10.250/min. Also nochmal 40 PS mehr als die Harley. Damit ist die K 1200 R das stärkste unverkleidete Motorrad der Welt. Und wiegt mit 230 kg knapp 100 kg weniger als die Harley. 0-100 in 2,9 Sekunden, 0-200 km/h in 9,0 Sekunden – Höchstgeschwindigkeit von 262 km/h – recht viel mehr geht nicht derzeit auf zwei Rädern. Und der höchste Punktestand von allen getesteten Fahrzeugen in der Zeitschrift „Motorrad“.

Geht das jetzt tierisch ab? Jein. Der subjektive Fahreindruck war nicht viel gewaltiger als auf der Harley. Das Motorrad ist natürlich technisch viel besser und auch wesentlich leichter zu beherrschen. Wenn man sich bei fünfstelligen Drehzahlen aufhalten will, dann mag es durchaus schneller voran gehen – aber das ist nicht mein Geschmack.

Beherrschbar? Aber klar. Wenn man sich am Gasgriff zurückhält. Dann fährt sich das Ding easy wie ein Roller. 200 km/h habe ich geschafft – dann waren aber die Arme durch den Fahrtwind so lang, dass sie bis zum Boden reichen würden.

Emotionen? Wenig. ABS, Antischlupfregelung, elektronisch verstellbares Fahrwerk, Bordcomputer, beheizbare Griffe. Whiem-whiem-Sound. Fehlen nur noch die Windschutzscheibe und die Verkleidung und fertig ist das Auto.
Und mein Vorführmotorrad sah nicht aus wie ein Zombie-Killer sonder eher wie Biene Maja mit Packtaschen:


Der Verkäufer war jedoch recht cool und machte mir gleich ein Angebot das gelbe Teil für 12.000 Euro zu nehmen und für weitere ca. 2.000 Euro alles Gelbe in mattschwarz zu lackieren und mit einem Sportauspuff zu versehen.
Hmm. Die BMW fuhr sich zwar etwas besser als die Harley - sah aber schlechter aus. Und irgendwann würde ich mich in Anbetracht der Leistung und modernen, leicht zu beherrschenden Technik, die Sicherheit suggeriert, damit totfahren.
Also lieber nicht. Ab zu Triumph.

Sonntag, 8. Juni 2008

Recherche

Zuerst einmal das Kostenthema abgeklärt: immerhin 20.000 Euro soll das Teil kosten. Die Leasing will dafür ca. 300 Euro im Monat haben. Die Versicherung kostet Haftpflicht und Teilkasko jeweils erschwingliche 300 Euro im Jahr. Vollkasko ist mit 3.000 Euro pro Jahr extrem teuer. Auch die High End Motorräder verbrauchen lediglich 5-7 l/100 km.

Und ich komme ins Grübeln: ist die Night Rod wirklich die beste Wahl? Nach 15 Jahren kaufe ich mir erstmals wieder einen Stapel Motorradzeitschriften und stöbere im Internet, bis der Computer glüht. Dabei kristallisiert sich folgendes heraus:
  • die Harley ist teuer und veraltet- sieht aber cool aus und fährt recht anständig.
  • BMW ist inzwischen unangefochtener Marktführer in Europa und hat auch eine recht nette "Naked Bikes" mit besseren Fahrleistungen, besserer Technik und günstigen Preisen.
  • Japaner scheiden aus wg. Imagegründen.
  • Triumph hat mit der "Speed Triple" noch ein heisses Eisen im Feuer, die als Referenz in den Fachzeitschriften gehandelt wird.

Ich muss also noch mehr Motorräder fahren, um mir ein Bild zu machen. Der erste Weg führt zu BMW.

Donnerstag, 5. Juni 2008

House of Flames

Mit etwas mulmigen Gefühlen betrete ich die überraschend grossen Geschäftsräume des lokalen Harley Dealers - ehemals Wolfgang Fierek's Laden. Die von mir erwarteten Rocker mit umfangreichen Tätowierungen habe ich dort nicht angetroffen, sondern eher Leute, die so aussehen wie ich. Das einzige Indiz, das etwas anders ist, sind die zahlreichen Aschenbecher im Verkaufsraum.

Nachdem ich mir den Verkaufsleiter geangelt habe, durfte ich auf einer Night Rod probesitzen und nach einem unschuldigen Blick auch Probe fahren. Kein Helm? Kein Problem - wir leihen Ihnen einen. Und dann sass ich mit zitternden Knien auf der über 300 kg schweren Night Rod:
Die VRSCDX Night Rod Special, wie sie mit vollem Namen heisst, verfügt über einen V2-Motor, den Porsche für Harley-Davidson Motor entworfen hat: wasser- statt luftgekühlt, 60 statt 45-Grad-Winkel, vier statt einer Nockenwelle und noch dazu alle oben liegend, vier Ventile, Einspritzung und einfach zu modern.

1250 cm³, 125 PS bei 8.300/min, 120 NM Drehmoment, 310 kg, 0-100 in 4,0 sec., 0-200 in 14,8 sec., Vmax 230 km/h lauten die Eckdaten.
Focus Online schreibt:
Das Bike von Darth Vader: Das gefährlichste Bike in der Harley-Riege ist jedoch die bedrohlich anmutende VRSCDX Night Rod Special mit kraftvollen 125 PS. Matter Lack, schwarze Felgen und die eindrucksvolle Doppelrohr-Anlage geben ihr ein extravagantes Styling. Der lange Radstand und die tiefe Sitzposition sorgen trotz Leistung satt für das coole Harley-Feeling. So sähe das Bike von Krieg-der-Sterne-Bösewicht Darth Vader aus.

Und flösst gehörig Respekt ein. Am Gasgriff gedreht und ahnt, wie sich Jetpiloten fühlen müssen. Die Füsse nach vorne - die Arme auch - sehr ungewohnt. Zweifel keimen auf. Wäre nicht doch eine klassische Harley das Richtige für mich. Also nochmals zurück zum Händler und ihn umgarnt, dass er mir eine leiht. Das tat er:

Obwohl noch einmal schwerer, fährt sich die Heritage Softtail Classic wie ein Spielzeug. Ich komme auf Anhieb damit zurecht. Aber man merkt das Alter der Konstruktion. Der Motor röchelt etwas asthmatisch und die Fahrleistungen sind deutlich schlechter als bei der Night Rod. Hinter der Scheibe merkt man kaum den Fahrtwind. Nein - das ist zu langweilig. Wo bleibt die Herausforderung?

Also wieder zurück zum Händler, der schon nicht mehr so freundlich schaut und ich bitte ihn, mir das Teil bis zum Wochenende zu leihen. Auch das tat er - gegen Berechnung.

Auf der Heimfahrt vom Händler nach Hause bin ich gleich mal 45 Minuten durch einen Wolkenbruch gefahren. Mit Jeans, T-Shirt, Slippern und Halbschalenhelm. So weit kam es mir noch nie vor bis nach Grünwald und so nass war ich noch nie… Und das Bike hat eine ernste Krise bei Irene ausgelöst…. Sie sieht die Erziehung von Leon ernsthaft gefährdet.

Am nächsten Tag hat sie sich wieder beruhigt aber ich zweifle an meinen Ambitionen. Es regnet. In den Trockenphasen versuche ich ein wenig zu fahren, aber ich werde immer wieder nass. Ich erinnere mich, dass Motorradfahren auch seine schlechten Seiten hatte. Ausserdem nervt mich dieser Halbschalenhelm, wenn man schneller fährt.

Wiederum am nächsten Tag ist bester Sonnenschein; ich kaufe mir einen mattschwarzen Integralhelm und erlebe erstmals Glücksgefühle beim Fahren! Leider muss ich sie dann wieder abgeben - schweren Herzens!


Montag, 2. Juni 2008

Welches Auto soll ich mir kaufen?

15 Jahre sind nun ins Land gegangen und ich bin fast 47 Jahre alt und gelangweilt & verdorben, was Autos betrifft. Nichts verschafft mir mehr einen Kick, da fast alles gefahren. Der Auslöser war mein Nachbar, als wir wie üblich fachsimpelten über das Lieblingsthema aller Männer: Autos.

"Kauf Dir doch 'ne Harley" sagte er und dieser Satz prägte sich unauslöschlich in meinem Kopf ein. Also www.harley-davidson.de eingegeben und auf einer wirklich gut gelungenen Webseite die unterschiedlichen Modelle bis tief in die Nacht studiert. Das hatte wirklich seinen Reiz!

Aber bei der Vielzahl der angebotenen Modelle konnte ich mich nicht entscheiden. Ich schwankte zwischen einer Fat Boy, die Arnold Schwarzenegger in Terminator fuhr und einer gefährlich aussehenden Night Rod mit modernen Motor.

Also ab zum nächsten Harley Händler. Der trägt den blumigen Namen "House of Flames" und ist mitten in Münchens Red Light Distrikt - der Zamdorfer Strasse.

Sonntag, 1. Juni 2008

Warum braucht der Mensch ein Motorrad?

... vor allem, wenn er fast 47 Jahre alt ist, vor 15 Jahren das letzte Mal Motorrad gefahren ist und seine 2-Rad-Karriere durch einen schweren Unfall beendet wurde?

Ein Rückblick: es begann alles im zarten Alter von 15,9 Jahren mit einer Zündapp KS 50 WC TT, wobei das "WC" für "Watercooled" stand - was damals eine Sensation war.
Ein Kleinkraftrad mit 50 cm³, 6.25 PS und Vmax von 80 km/h, fahrbar mit Führerscheinklasse 4 war damals das Maß aller Dinge. 1977 präsentierte Zündapp das Spitzenmodell "KS 50 watercooled TT" für unglaublich teure 3.298 DM und wurde damit zum Inbegriff der Schnapsglasklasse. In diesem Jahr verkaufte Zündapp 115.000 Fahrzeuge - davon eins an mich. 1984 war Zündapp pleite.

Mit 18 Jahren waren dann natürlich Autos viel cooler, denn man wurde bei schlechtem Wetter nicht so nass und konnte auch mehr Freunde mitnehmen. Aber 1983 mit 22 Jahren kam dann ein Vespa GS 150 Roller Baujahr 1957 ins Haus. 100 DM kostete das gute Stück und war total verrostet. Aber der Motor lief! Nach vielen Stunden am Schweissgerät wurde das gute Stück in der damaligen Modefarbe Pink lackiert. Der Roller war mir ein (nicht sehr zuverlässiges) Transportmittel auf dem Weg zur Uni.
Weitere zwei Jahre später wurde der Roller ersetzt durch eine gebrauchte Yamaha XS 400 mit 45 PS für 4.000 DM - nicht so kultig aber zuverlässiger:
45 PS sorgten für atemberaubende Fahrleistungen im Vergleich zu meinem 60 PS Golf. Aber ein Jahr später wurde das Vergnügen jäh beendet, als ich beim laufenden Motor meine Kette putzen wollen und ein Finger darin hängen blieb.

Erst sechs Jahre später - 1992 im Alter von 31 Jahren - gab es wieder ein neues Motorrad. Und da die Ansprüche höher wurden, eine nagelneue Ducati 900 SS für stolze 17.000 DM: 900 cm³ mit zwei luftgekühlten Zylindern, 78 PS und ein leerer Termignioni Carbonauspuff sorgten nicht nur für anständigen Sound sondern bei leichtgewichtigen 200 kg auch für ansprechende Fahrleistungen mit Vmax von 220 km/h. Damit habe ich viele Touren unternommen und hatte niemals das Gefühl, dass die Fahrleistungen mich unterfordern.

Meine (damalige) Frau fuhr sogar eine Suzuki GSF400 Bandit mit 50 PS (die man aber nicht merkte):Aber bereits ein Jahr später - November 1993 - beendet ein schwerer Unfall mit einem geliehenen Motorrad in Jamaica meine Karriere als Motorradfahrer. Drei Monate Krankenhausaufenthalt haben mich im wahrsten Sinne des Wortes "kuriert".